Ansichtskarte: Kath. Pfarrkirche St. Benno, Hannover-Linden, um 1960

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Das Bild zeigt den Innenraum der St. Benno-Kirche in Hannover Linden. Zu sehen ist das frühgotische Hauptschiff der ab 1901 errichteten Kirche mit dem Hochaltar, zwei Statuen, der Kanzel, der Kommunionbank und den Sitzbänken. Seitlich fällt der Blick durch die gotischen Spitzbögen nach links und rechts in die beiden Seitenschiffe.

Die ungelaufene Ansichtskarte ist nicht datiert. Das Foto muss vor dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965) aufgenommen worden sein, denn dort wurden eine Reihe von Reformen beschlossen, die die Öffnung der Katholischen Kirche zum Ziel hatte.

Das hatte auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Kirchenräume. In St. Benno wurde dafür der Hochaltar in seiner Funktion abgelöst und durch einen neuen Altartisch ergänzt, der in der Mitte des Chorraumes aufgestellt wurde. Damit erreichte man, dass der Priester bei der Feier der Hl. Messe der Gemeinde zugewandt war.

Auf dem Bild erkennbar ist die quer verlaufende lange Kommunionbank (von Kanzel bis Kreuz, mit weißem Tuch abgedeckt), die stets die Schranke zwischen Gemeinde und Chorraum bildete. Sie wurde im Zuge der Umgestaltung des Chorraumes als Zeichen der Öffnung entfernt.
Auch wurden die Messen ab dem 2. Vatikanischen Konzil in der jeweiligen Landessprache, statt wie bisher in Latein gehalten.

Bis dahin gab es in katholischen Kirchen bezüglich der Sitzverteilung eine strikte Geschlechtertrennung. Hier in St. Benno galt: rechts vom Mittelgang saßen Männer und Knaben, links Frauen und Mädchen. Entsprechend waren die beiden Nebenaltäre angelegt: im linken Seitenschiff als Marienaltar (Frauenaltar) und im rechten Seitenschiff als St. Josefs-Altar (Männeraltar).

Die beiden auf dem Bild noch links und rechts im Chorraum stehenden Statuen (Maria und Josef als Eltern von Jesus) wurden im Zuge der Umgestaltung für die Heiligenverehrung an die beiden Seitenaltäre postiert.

Die Fenster im Hauptschiff der Kirche sind unbemalt, die fünf Fenster des Chorraumes sind farbig figuriert. Das zentrale Fenster mittig oberhalb des Altars stellt den Namensgeber, den heiligen Benno dar.

Jeder der Heiligen der röm. kath. Kirche weist eindeutige Erkennungsmerkmale auf, der Hl. Benno trägt einen Fisch, der den Schlüssel des Doms von Meißen im Maul hält.   

Der Legende nach hatte Benno als Bischof von Meißen im 11. Jahrhundert vor seiner Vertreibung den Dom verschlossen und den Schlüssel in die Elbe geworfen. Nach seiner Rückkehr wurde ihm in einem Gasthaus ein Fisch serviert, in dessen Magen Benno den Domschlüssel wiederfand.
(MB)

Urheber: Bildkunst-Verlag Poppe, Bad Kissingen
Sammlung: Bettin
Zeitliche Einordnung: nicht bekannt
Ort: Offensteinstraße ; Velvetstraße