Quittung: Käsegroßhandel Anton Benz, 2.12.1926
Lieferschein

In der Gummistraße 41 (heute Wilhelm-Bluhm-Straße) gab es Mitte der 1920er-Jahre einen Käsegroßhandel. Der Inhaber Anton Benz lieferte auch über Hannover hinaus, hier an eine Firma H. Thimme [?] in Dedenhausen (bei Uetze). Der Lieferschein der Käsegroßhandlung Anton Benz ist gleichzeitig als Quittung benutzt worden. Geliefert wurden 3 Alpenmark à 7.- für 21.- und 1 Kst. Käse für 5.10 Mark.
Im Adressbuch von 1926 ist der Käse-Großhandel Anton Benz unter der Gummistraße 41 (Branchen) und unter der Nummer 41a (Namen) verzeichnet. Aus dem Straßenverzeichnis geht hervor, dass der Firmeninhaber auch in der Gummistraße 41 gewohnt hat. Laut AdrB von 1926 gab es in Hannover neun Käse-Großhandlungen, aber nur eine in Linden, die von Anton Benz.
Der Käsehandel funktionierte nach dem Ersten Weltkrieg über Selbstvertrieb, Kleinhändler oder den Großhandel. In den Städten gab es spezielle Käsehandlungen, die ihr Angebot entweder vom Käser direkt oder über Großhandlungen bezogen. Die Käse-Großhandlungen mussten über spezielle Lagerräume verfügen. Dazu kann man im Handwörterbuch des Kaufmanns [1] von 1927 Folgendes nachlesen:
Betriebsstätten, bei denen die Lagerung der Ware, die Fertigbehandlung und die Sortierung ebenso wichtig ist wie die reine Handelstätigkeit, nennen wir K ä s e g r o ß h a n d l u n g e n. In den Großhandlungen, welche sich mit dem Handel von Schweizer Käsen (Emmentaler) befassen, müssen Lagerräume vorhanden sein, deren Wärme auch im Sommer nicht über 12 ° C gehen soll, weil sonst die Käse leicht in Nachgärung übergehen würden. Schon beim Kauf sortiert der Händler die Käse. Der Großhandel in Weichkäse ist mehr verwickelt. Der höhere Wassergehalt, die geringere Haltbarkeit, die Gefahren der warmen Jahreszeit für den Versand, die Abhängigkeit der Käse von den Butterpreisen, die verschiedenen Anforderungen der Kunden an Fettgehalt, Preislage, Größe, Gewicht, Form, Packung, Bezeichnung der Käse und besonders der unlautere Wettbewerb unterscheiden den Weichkäsehandel unvorteilhaft vom Hartkäsehandel. Es ist üblich, beim Einkauf schon Abzüge für Gewichtsverlust zu machen. Bei schlechtem Geschäftsgang führen Beanstandungen des Empfangsgewichts und Mängelrügen zu Streitigkeiten. Als Besonderheiten des Holländer Käsegroßhandels kann der Einkauf der Ware auf den offenen Märkten zu Alkmaar, Hoorn, Utrecht, Leyden und Groningen gelten. Diese Einkaufsart hat den Vorteil, daß die vorhandene Ware vom Käufer sofort beurteilt werden kann. Einen Gütevorbehalt, wie beim Einkauf der Emmentaler Käse, gibt es nicht. Auch ist die Preisbildung eine freie und dem Stand von Nachfrage und Angebot angemessene.
(WE/WP)
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[1] Bott, Karl (Hg.): Handwörterbuch des Kaufmanns. Lexikon für Handel und Industrie, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg und Berlin 1927, Band 3, S. 446
Ort: Gummistraße 41 Personen: Benz, Anton






